Jahreshauptversammlung: Jens Opfer folgt auf Walter Freund

Veröffentlicht am 03.10.2026 in Allgemein

Nach 18 Jahren an der Spitze übergibt Walter Freund den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Niederaula. Sein Nachfolger Jens Opfer will die Sozialdemokratie vor Ort weiter stärken. Mit klarer Haltung, offenen Ohren und einem Blick auf die Zukunft der Marktgemeinde.

Es gibt politische Ämter, die kommen und gehen. Und es gibt Menschen, die einem Amt über viele Jahre ein Gesicht geben. Walter Freund gehört in Niederaula zweifellos zur zweiten Kategorie.

45 Jahre ist Freund Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 18 davon stand er an der Spitze des SPD-Ortsvereins in der Marktgemeinde. Nun hat er den Vorsitz abgegeben. Nicht, weil ihm die Politik weniger wichtig geworden wäre. Sondern, wie er selbst sagt, weil es Zeit sei, „das Amt in jüngere Hände zu geben“.

Ein Abschied ist das allerdings nur auf dem Papier. Wer Walter Freund kennt, weiß, dass er sich auch künftig einmischen wird. In seiner Partei, für die Demokratie und für seine Heimatgemeinde. Als Seniorenbeauftragter der Niederaulaer SPD wird er weiterhin eine feste Größe im Ortsverein bleiben.

18 Jahre an der Spitze und kein leiser Abgang

Seine Amtszeit was geprägt von Beharrlichkeit, Verlässlichkeit und dem festen Glauben daran, dass Politik vor allem vor Ort beginnt. Dort, wo Entscheidungen nicht abstrakt bleiben, sondern ganz konkret darüber entscheiden, wie eine Gemeinde funktioniert und wie Menschen miteinander leben.

Die SPD Niederaula verabschiedet mit Walter Freund deshalb keinen politischen Ruheständler, sondern einen langjährigen Weggefährten, der seinem Ortsverein über fast zwei Jahrzehnte Kontinuität gegeben hat. Dafür gab es bei der Jahreshauptversammlung viel Anerkennung und mit dem Wechsel zugleich die Gewissheit, dass Freund der Sozialdemokratie erhalten bleibt.

Jens Opfer übernimmt

Die Nachfolge ist geregelt: Einstimmig wählten die Mitglieder Jens Opfer zum neuen Vorsitzenden. Der bisherige Stellvertreter kennt den Ortsverein, die kommunalpolitischen Themen und die Arbeit an der Seite von Walter Freund bereits aus eigener Erfahrung.

Dass er dabei in große Fußstapfen tritt, machte Opfer in seiner Antrittsrede selbst deutlich. Er wisse, welche Verantwortung mit dem Amt verbunden sei. Gemeinsam mit Walter Freund und den künftigen Mitstreitern wolle er die SPD als prägende politische Kraft in der Marktgemeinde erhalten und weiter stärken. Sein Anspruch ist klar formuliert: „Wir werden aktiv die Zukunft unserer Gemeinde mitgestalten. Für die Bürger und mit den Bürgern.“ Zu den ersten Gratulanten gehörte die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Tanja Hartdegen.

Klarer Blick auf schwierige Zeiten

Hartdegens Grußwort war dabei weniger freundliche Pflichtübung als politischer Weckruf. Die aktuelle politische Lage sei erschreckend und beängstigend, sagte sie. Die Ergebnisse der Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern seien alarmierende Signale für die Demokratie. Auch bei den zurückliegenden Kommunalwahlen auf Kreisebene habe sich eine Entwicklung gezeigt, die der SPD zu denken geben müsse.

Die Sozialdemokraten müssten Vertrauen zurückgewinnen und glaubwürdig dafür eintreten, dass die soziale Schere nicht weiter auseinandergehe. Gleichzeitig warnte Hartdegen eindringlich vor den populistischen Versprechen einer Partei, die von den Verfassungsschutzbehörden als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Die Botschaft der SPD müsse deshalb wieder stärker und verständlicher nach außen getragen werden: „Wir sind für euch da.“

Dazu gehöre auch, dass sich die politischen Verantwortlichen in Berlin und Wiesbaden wieder stärker auf sozialdemokratische Grundwerte besännen und für eine gerechte und soziale Politik einträten.

Kommunalpolitik beginnt vor der eigenen Haustür

Deutlich optimistischer fiel die kommunalpolitische Bilanz von Dr. Thomas Hahn aus, dem Spitzenkandidaten der SPD bei den Kommunalwahlen. Die SPD sei weiterhin stärkste politische Kraft in der Marktgemeinde, auch wenn die Sozialdemokraten auf Kreisebene Stimmen verloren hätten. Mit Felix Zettl stelle die SPD zudem den Vorsitzenden der Gemeindevertretung.

Hahn verwies auf Projekte, bei denen sich kommunale Politik unmittelbar im Alltag der Menschen bemerkbar mache. Als Leuchtturmprojekt nannte er den neuen Sportpark. Auch wenn dieser noch nicht vollständig fertiggestellt sei, werde er bereits intensiv genutzt. Von Vereinen ebenso wie von Bürgerinnen und Bürgern.

Eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Zeit sei der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. „Dieses Projekt müssen wir zeitnah gestemmt bekommen“, betonte Hahn.

Zudem stehen weitere große Projekte an, die der Infrastruktur dienen. Das sind der Hochbehälter in Kerspenhausen und Hilperhausen sowie die Tiefenbrunnen. Auf der kommunalpolitischen Agenda stehen außerdem eine neue Poststelle und Verbesserungen beim öffentlichen Personennahverkehr.

Es sind Themen, die wenig spektakulär klingen, für das Funktionieren einer Gemeinde aber umso wichtiger sind. Denn Politik entscheidet sich nicht nur an großen Schlagzeilen, sondern auch daran, ob der Bus fährt, das Wasser zuverlässig aus dem Hahn kommt und die Feuerwehr gute Bedingungen für ihre Arbeit vorfindet.

Ein Wechsel mit Kontinuität

Auch personell ist die SPD Niederaula für die kommenden Jahre aufgestellt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Dr. Thomas Hahn und Hartmut Pfaff gewählt. Matthias Engel bleibt für die Finanzen verantwortlich. Neuer Schriftführer wird Tom Opfer. Walter Freund übernimmt künftig die Aufgabe des Seniorenbeauftragten.

Als Delegierte für die Vertreterversammlung zur Landratswahl im kommenden Jahr bestimmten die Mitglieder in geheimer Wahl Jens Opfer und Walter Freund. Den Ortsverein beim Unterbezirkstag vertreten Jens Opfer und Dr. Thomas Hahn.

Der Generationenwechsel an der Spitze ist damit vollzogen. Die Richtung aber soll dieselbe bleiben: sozialdemokratische Kommunalpolitik, die zuhört, anpackt und sich nicht scheut, auch unbequeme Fragen zu stellen.

Vier Ehrungen

Ein besonderer Moment der Jahreshauptversammlung waren die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Sie standen stellvertretend für Jahrzehnte politischer Arbeit, persönlicher Verbundenheit und Treue zur sozialdemokratischen Idee.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD wurde Paul Völker geehrt. Er konnte bei der Versammlung nicht persönlich anwesend sein. Auf 25 Jahre Parteizugehörigkeit blicken Meike Herwig-Holz und Silke Herwig zurück. Hartmut Pfaff wurde für zehn Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Die Ehrungen wurden in Vertretung von Landrat Torsten Warnecke von der Landtagsabgeordneten Tanja Hartdegen vorgenommen. Dabei wurde deutlich: Eine Partei besteht nicht nur aus Wahlkämpfen, Mandaten und Vorstandssitzungen. Sie lebt vor allem von Menschen, die über viele Jahre Verantwortung übernehmen, diskutieren, streiten, Kompromisse suchen und sich immer wieder einbringen.

45 Jahre SPD sind bei Walter Freund deshalb mehr als eine Zahl. Denn 18 Jahre an der Spitze eines Ortsvereins hinterlassen Spuren.

Nun beginnt für die SPD Niederaula ein neues Kapitel. Walter Freund gibt den Vorsitz ab, bleibt aber mittendrin. Jens Opfer übernimmt und weiß, dass große Fußstapfen nicht zwangsläufig abschrecken müssen. Man kann sie auch nutzen, um darin weiterzugehen.

Es geht weiter. Mit Erfahrung im Rücken, neuen Ideen im Kopf und den Menschen in der Gemeinde im Blick.

 

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